PNY CS2150 SSD Test Review (Bild © PCMasters.de)
PNY CS2150 im Detail
PNY hat spielt mit seiner neuen SSD im High-End-NVMe-SSD-Segment mit, denn die CS2150 setzt auf die aktuell flotteste Schnittstelle in Form von PCI-Express-5.0. Sie konkurriert damit direkt mit Flaggschiffprodukten wie dem T705 von Crucial und der FireCuda 540 von Seagate sowie der Lexar Professional NM1090. PNY bietet die neue Serie mit einer Kapazität von 1 TB und 2 TB an. Damit deckt der Hersteller den wohl begehrtesten Bereich ab und lässt 4 TB und 512 GB vorerst komplett weg.
Eine Besonderheit bei der PNY CS2150 ist, dass sie auf dem Phison PS5031-E31-75-Controller aufsetzt. Dieser wurde als eine preiswerte und zugleich effiziente Lösung für den Mainstream vorgestellt. Als Basis dient der Arm Cortex-R5-Prozessorker. Durch die Nutzung von vier PCIe 5.0-Lanes mit vier Kanälen erreicht die SSD noch immer hohe Datendurchsatzraten, die laut Phison bei 10.800 MB/s beim sequenziellen Lesen sowie Schreiben liegen sollen. Damit ist man aber leider recht weit vom theoretischen Maximum von 15.754 MB/s entfernt. Dennoch ist dieser Wert gut und weit vor Modellen mit PCIe Gen 4.Der Controller wird bei TSMC in 7nm gefertigt, was für höhere Effizienz sorgt. Unterstützt werden sogar bis zu 8 TB an 3D TLC- oder QLC-Speicher.
Als PMIC wird der Phison PS6231 neben dem Controller verlötet. Das System hat keinen eigenen DRAM, weshalb der RAM des PCs wohl herhalten muss.
PNY gibt offiziell sequenzielle Lesegeschwindigkeiten von bis zu 10.200 MB/s MB/s und 8.300 MB/s bei sequenziellem Schreiben an. Dieser Durchsatz wird durch eine starke Leistung bei zufälligen Zugriffen ergänzt, wobei bei tatsächlichen Tests etwa 1,5 Millionen Ein-/Ausgabeoperationen pro Sekunde (IOPS) für zufällige Lese- und Schreibvorgänge aufgezeichnet wurden – obwohl dies leicht unter dem theoretischen Maximum des Controllers von 1,5 Millionen zufälligen Lese-IOPS sowie 1,5 Mio. zufälligen Schreib-IOPS liegt.
Die CS2150 unterstützt das NVMe 2.0-Protokoll und bietet die Datenschutzfunktionen 256bit AES sowie TCG Opal 2.0.
3D NAND
Auf dem verbauten NAND-Speicher der PNY CS2150 finden wir die Kennung T27HGB5A2V (02445N 4141787). PNY verbaut bei der 1-TB-Variante zwei 3D-NAND-Chips, die laut Internet-Recherche von KIOXIA gefertigt werden. Es gibt aber kaum Informationen zu dem NAND, was wirklich schade ist.
PNY CS2150 Verpackung und Lieferumfang
Die CS2150 wird in einer sehr schlichten Verpackung ausgeliefert. Die SSD wird vorne komplett gezeigt und verbirgt sich hinter einem Plastik-Blister. Dieser ist in die Papp-Verpackung eingelassen und die SSD kann nur entfernt werden, wenn die Verpackung aufgerissen wird.
Auf der eigentlichen Verpackung sind nur einige der wichtigsten Informationen zur Leistung der SSD aufgeführt. Die Rückseite gibt einige Spezifikationen preis und auch Details für Support und die 5-jährigen Garantie.
Außer der SSD wird nichts mitgeliefert.
Testsystem
Als Testsystem haben wir unser altbewährtes System mit Ryzen 9 7950X genommen und dazu das Biostar X670E Valkyrie. Damit gehen wir sicher, dass die Leistung nicht durch PCIe 4 limitiert wird, da wir im PCie 5 Slot testen.
Ryzen 7000 Testaufbau
- CPU: AMD Ryzen 9 7950X
- Mainboard: Biostar X670E Valkyrie
- Grafikkarte: MSI GeForce GT 730
- RAM: Kingston FURY Beast DIMM Kit 32GB, DDR5-5200, CL40-40-40 (KF552C40BBK2-32)
- Netzteil: be quiet Pure Power 11 FM 1.000 W
- Gehäuse: HYTE Y60/Open Testbench
- Betriebssystem: Windows 11 21H2
PNY CS2150 in Benchmarks
Für den NVMe-SSD-Vergleichstest haben wir unseren Benchmark-Parcours erweitert. Für einen realistischeren Test, der auch wiederholbare Ergebnisse liefert, nutzen wir neuerdings noch zusätzlich den 3DMark Storage Benchmark, der unterschiedliche Szenarien testet, wie Spieleverhalten und das Kopieren von Spieledaten.
Außerdem haben wir auch PCMark aufgenommen, der wiederum das System als Ganzes betrachtet und beim Kopieren die Durchschnittswerte ermittelt.
CrystalDiskMark Storage Benchmark
3DMark Storage Benchmark
PCMark Drive Performance Consistancy
PCMark setzt auf eine sehr lange Last beim Schreiben, die konstant und über längere Zeit ausgeübt wird. Darum sind die Peak-Werte einfach niedriger, weil die SSD und der Cache an die Grenzen gebracht werden. So soll der Einsatz bei einem Power-User simuliert werden.
ATTO Disk Benchmark (64 MB)
Benchmark-Rating
Die Ergebnisse im Durchschnitt zeigen, dass die PNY CS2150 im Ranking auf dem fünften Platz landen kann, aber durch ihre Wärmeentwicklung limitiert wird. Damit ist sie ohne ordentliche Kühlung am unteren Ende des SSD-Vergleichs und liefert nicht die Leistung, die man erwarten würde. Kühlt man sie mit einem Lüfter zusätzlich, so entfaltet sie erst das volle Potenzial. Der fünfte Platz bei dem Preis von ca 120 € ist mehr als ordentlich.
PNY CS2150 Kühler und Temperaturmessungen
Die SSD wird ohne vorinstallierten Kühler ausgeliefert. Moderne Boards kommen heutzutage oft mit passenden Kühler-Elementen, jedoch sind nicht alle gleichermaßen gut und ausreichend für PCIe 5.0-SSDs. Wie unser Test der CS2150 zeigt, ist die SSD selbst mit der großen Alu-Kühler des Biostar X670E Valkyrie am Limit und drosselt. Wir haben einen Lüfter davor geklemmt und erst dann brach die Leistung nicht ein und die Temperatur bei Last lag bei bei 29,1 DeltaT anstatt 52,3 DeltaT. Wir empfehlen hier also einen größeren Kühler und/oder auch einen guten Airflow im Gehäuse herzustellen. Bei unseren offenen Aufbau gibt es keinen Airflow, um “schwierige” Szenarien zu testen.
Für diesen Vergleichstest haben wir den großen Alu-Kühler des Biostar X670E Valkyrie Mainboards im NVMe Slot 2 verwendet. Dieser wird von der Grafikkarte nicht direkt blockiert und wird in diesem Test auch nicht aktiv gekühlt. Manche Modelle kamen mit einem vorinstallierten Kühler. In diesem Fall haben wir diesen auch direkt verwendet. In dem Diagramm haben wir entsprechende Hinweise platziert: Falls ein integrierter Kühler zum Einsatz kam, ist nach dem Namen ein „IK“ (für integrierter Kühler) angehängt.
PNY CS2150 Wärmebildaufnahmen
Auf den Wärmebildaufnahmen ist zu sehen, dass der Kühler der SSD um die 60 °C erreicht hat und die SSD darunter nochmals heißer ist. Darum die Empfehlung, für ordentlichen Airflow im Gehäuse zu sorgen, damit die Abwärme schneller transportiert werden kann.
Fazit zur PNY CS2150
In unserem NVMe-Test mit Vergleich hat sich die PNY CS2150 gut platziert und belegt aktuell den fünften Platz im Ranking.
PNY gelingt der Einstieg in das SSD-Geschäft der High-End PCIe-5.0-NVMe-SSD, denn auch wenn die SSD im M.2-Format nicht die Leistungsgrenzen sprengt, steigt sie auf dem fünften Platz ein. Die Verarbeitung der SSD ist gut, der Lieferumfang beinhaltet aber nur die SSD ohne irgendwelches Zubehör – da lag der Preiskampf ganz klar im Fokus.
Die 1-TB-Variante bot gute Leistung und setzt auf Phisons Mainstream-Controller PS5031-E31, der ohne SRAM auskommt und auf Effizienz optimiert ist. Die 3D-NAND-Chips scheinen von KIOXIA zu stammen, was keinesfalls negativ auffällt. Das Gesamtpaket ist damit gut und PNY liefert hier eine NVMe-SSD mit moderner Technik.
Die hier gezeigte Leistung ist für eine PCIe-5.0-SSD ordentlich, jedoch muss man auf jeden Fall auf ausreichende Kühlung der SSD achten, wenn man die volle Leistung nutzen will. Mit einem Preis von 128 € (Affiliate) liegt die 1-TB-Variante weit oben im Preisvergleich und ist unter PCIe-5.0-SSDs der Konkurrenz gewachsen. Wir können die SSD dadurch allen empfehlen, die eine PCIe-5.0-SSD zu einem fairen Preis suchen.
Pro
- PCIe-5.0 Schnittstelle
- PS5031-E31 Controller von Phison
- Gute Leistung
- Verarbeitung
- Minimalistische Verpackung mit wenig Müll
- Sehr gute Preis-Leistung für eine PCIe-5.0-SSD
Contra
- Wird warm, drosselt Leistung
- Lieferumfang nur auf das Nötigste beschränkt